Lassen
Flugzeuge vor der Landung Kerosin ab?
Kerosin
- Ablassen"
- Fuel Dumping - Ein Verfahren für Notfälle
Das
Fahrgestell eines Flugzeuges wird bei der Landung stärker
beansprucht als beim Start. Aus diesem Grund liegt bei
Langstreckenflugzeugen, die über eine hohe Treibstoffkapazität
verfügen, das höchstzulässige Landegewicht deutlich unter dem höchstzulässigen
Startgewicht.
Für den Fall, dass nach dem Start technische Schwierigkeiten
auftreten, die eine rasche Landung erzwingen, sind
Langstrecken-Flugzeugmuster wie z.B. der Airbus A 340, die Boeing
747 "Jumbo Jet" mit Vorrichtungen ausgestattet, über die
im Flug Treibstoff abgelassen werden kann.
Das als "Fuel Dumping" bezeichnete
Treibstoffablassverfahren ist auf Notfälle beschränkt, bei denen
keine Zeit bleibt, den überschüssigen Treibstoff zu verfliegen und
die in Einzelfällen erlaubte Übergewichtslandung nicht möglich
ist.
Die Flugsicherung registriert pro Jahr etwa 50 derartiger
Vorkommnisse in Deutschland, wobei in jedem zweiten Fall ein militärisches
Luftfahrzeug betroffen ist. Sie weist dem Flugzeug einen Luftraum
zu, in dem Treibstoff abgelassen werden darf. Dies geschieht nach Möglichkeit
über unbebautem Gebiet und in einer Mindesthöhe von 1.500 Metern,
meistens jedoch in 4 - 8 Kilometern Höhe.
Der größte Teil des
abgelassenen Treibstoffes verdampft. Bei einer Mindesthöhe von
1.500 Metern, Windstille und einer Bodentemperatur von 15° C
erreichen 8 % der Treibstoffmenge den Boden. Daraus lässt sich eine
Bodenbelastung von 0,02 Gramm/m² ermitteln, was mengenmäßig einem
Schnapsglas Kerosin verteilt auf eine Grundfläche von 1.000 m²
entspricht.
Wie schon ausgeführt, handelt es sich beim "Fuel Dumping"
um ein Notverfahren für Langstreckenflugzeuge. Die auf Kurz- und kürzeren
Mittelstrecken eingesetzten Verkehrsflugzeuge (z.B. Airbus A 300, A
310 und A 320, Boeing 737, 757) verfügen nicht über eine
Vorrichtung zum Treibstoffablass. Dies gilt auch für alle am
Flughafen Hof - Plauen eingesetzten Flugzeugtypen wie z.B. die Dash
8-100/200/300/400 von Augsburg Airways.
Bei diesen Typen ist die Differenz zwischen höchstzulässigem
Start- und Landegewicht so gering, dass in Notfällen auch Übergewichtslandungen
durchgeführt werden können.
Bei hoher Luftfeuchtigkeit können hinter landenden Flugzeugen
Dunstfahnen sichtbar werden. Dabei handelt es sich nicht um
abgelassenen Treibstoff, sondern um in Luftwirbeln kondensierte
Luftfeuchtigkeit, die als Nebelfahne sichtbar wird.
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