| Von Thomas Hanel und Herbert Scharf
Hof / Marktredwitz
- Der Vorsitzende des Bundestags-Verkehrsausschusses, Dr. Klaus
Lippold (CDU), hat gestern bei Pressegesprächen in Hof und
Marktredwitz mit Nachdruck auf die wachsende Bedeutung von
Regionalflughäfen wie dem Airport Hof-Plauen hingewiesen und
zugesagt, die Bemühungen um die volle Elektrifizierung der
Bahnstrecke Dresden-Plauen-Hof-Marktredwitz-Regensburg zu
unterstützen.
Zur Zukunft des Flugplatzes Hof-Plauen
erklärte Lippold in Hof, solche Airports würden deshalb
wichtiger, weil der Verkehr allgemein stark zunehme und
Osteuropa ein immer interessanterer Handelspartner werde. Zudem
böten sie zusätzliche Jobs. "In Hof gibt es sehr gute Ansätze,
das ist aller Ehren wert", lobte Lippold.
Auf die Frage, weshalb der Flughafen
Kassel-Calden ausgebaut werde, der Flughafen Hof aber nicht,
obwohl sich beide Projekte samt der Prognosen aufs Haar
gleichen, antwortete der Offenbacher Lippold: "In Hessen liegt
das am Ministerpräsidenten Koch, der das will, und an der
Unions-Bundestagsgruppe, die das will. Man muss auch Verbündete
finden, und dazu gehört das Gespräch über Parteigrenzen hinweg."
Der Hofer CSU-Bundestagsabgeordnete und
stellvertretende Unions-Fraktionschef Dr. Hans-Peter Friedrich
sprach sich dafür aus, die Verkehrssysteme zu vernetzten:
Hochfranken könnte den Flughafen Karlsbad mit seinen guten
Flugverbindungen nach Osteuropa nutzen, umgekehrt sei die Region
Karlsbad sehr an der Linie Hof-Frankfurt interessiert. Sinnvoll
könnte hier der Einsatz von Shuttle-Bussen sein.
Die beiden Hofer Flughafen-Geschäftsführer
Klaus-Jochen Weidner und Hermann Seiferth wiesen darauf hin,
dass momentan die Sicherung der Fluglinie Hof-Frankfurt
vorrangig sei. Der Vertrag mit der Lufthansa laufe Ende März
2010 aus, die Frist für Bewerbungen bereits am 12. August.
Der Hofer Reise-Unternehmer Maximilian
Otto-Wolf, Mitglied der Wirtschaftsbeteiligungsgesellschaft in
der Flughafen-GmbH, widersprach Bayerns Wirtschaftsminister
Martin Zeil, der in einem
Frankenpost-Interview
erklärt hatte, die Passagierzahlen auf der Linie seien von 2007
auf 2008 zwischen 20 und 25 Prozent gesunken. "Das ist falsch",
sagte Otto-Wolf. "Wir haben nur zwölf Prozent minus und uns
damit hervorragend geschlagen. Im innerdeutschen Flugverkehr
insgesamt beträgt der Rückgang volle 50 Prozent."
In Marktredwitz wies Friedrich darauf hin,
dass die beiden bisherigen Nord-Süd-Verkehrsachsen hoffnungslos
überlastet seien. Deshalb biete sich eine dritte Verkehrsachse
auf der Schiene von Hamburg über Marktredwitz zum Hafen Triest,
östlich vorbei an den Alpen, geradezu an. Allerdings dränge hier
die Zeit, weil es auch andere Bewerber gebe. In den Häfen
stauten sich die Container, deshalb sei die Verlagerung auf die
Schiene das Gebot der Stunde. Logistik stehe nicht nur für den
Transport von Waren, sondern auch für Arbeitsplätze. Daher sei
die Elektrifizierung nach Nürnberg und Regensburg notwendig.
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