
Von Thomas Hanel
Hof / Bayreuth – Ein
junges Unternehmen sorgt auf dem Regionalflughafen Hof-Plauen
und dem Verkehrslandeplatz Bayreuth-Bindlach für frischen Wind:
Vor gut zwei Wochen erst hat die Fair Air GmbH mit Sitz in
Bayreuth als bisher einziges oberfränkisches
Luftfahrtunternehmen, das Personen und Fracht befördern darf,
vom Luftfahrtbundesamt die Zulassung erhalten. Ab sofort fliegt
sie mehr als 3000 Flughäfen in Deutschland und ganz Europa an –
von Hof, von Bayreuth und auch von Nürnberg aus. An diesen drei
Airports werden die Maschinen der Bayreuther Gesellschaft
offiziell stationiert.
Zwar sind es kleine Flugzeuge, und es sind – zunächst – nur
insgesamt drei an der Zahl; aber als „Lufttaxis“ erfüllen sie
genau ihren Zweck. Etwa 300 km/h schnell, haben sie zum Beispiel
Hamburg in anderthalb Stunden, Dresden in einer
Dreiviertelstunde, Berlin in 1:10, London in 2:50 und Zürich in
1:20 Stunden erreicht.
Die drei Maschinen mit einer Reichweite von rund 2000
Kilometern sind zwei DA 42 Twin Star des österreichischen
Flugzeugherstellers Diamond und eine Beechcraft der
gleichnamigen amerikanischen Firma. Die beiden DA 42 sind
nagelneu, sie haben zusammen eine gute Million Euro gekostet und
bieten je drei Passagieren Platz. Zwei Turbodiesel bringen die
zwei Propeller auf Touren. Die ebenfalls zweimotorige Beechcraft
wurde gebraucht gekauft; sie hat vier Passagiersitze.
Die Fair-Air-Flugzeuge, denen schon eine 700 Meter lange
Piste ausreicht, können von Privat- und Geschäftsleuten zu
vergleichsweise günstigem Preis gechartert werden: Auf 450 Euro
kommt die reine Flugstunde, ganz gleich, ob nur ein Passagier
mitfliegt oder die Maschine voll besetzt ist. Die Fluggäste
müssen weder Start- noch Lande- noch Standgebühren bezahlen, es
sei denn, auf einem Flughafen – wie dem in Frankfurt am Main –
sind hohe Gebühren fällig. Bei einem Rückflug am selben Tag ist
auch die Wartezeit des Flugzeugs kostenlos, so sie sich nicht
gerade übermäßig auf einen ganzen Tag erstreckt. In diesem Fall
würde ein moderater Preisaufschlag verlangt.
Die Fair Air, die seit November 2007 besteht und sieben
Piloten hat, ist im Besitz der Familien Berndt Heidenreich, der
auch Pilot ist, und Dr. Oliver Junk, eines Juristen. Die
Geschäfte führen Heidenreich und Junk; auf dem Flugplatzgelände
in Hof und Bayreuth hat die Firma, bei der auch Rundflüge
gebucht werden können, bereits Büros eingerichtet.
Wie Junk mitteilt, hat die Gesellschaft bisher zwei Millionen
Euro investiert. „Ich bin stolz, dass wir es geschafft haben,
das alles aus eigener Kraft zu stemmen“, sagt er. Und: Er könne
sich „vorstellen, dass wir in Hof auch mit einer größeren,
neunzehnsitzigen Turboprop-Maschine fliegen. Dafür wollen wir
uns einen Partner suchen.“ Junk schließt nicht aus, „dass wir
irgendwann vielleicht den Linienverkehr nach Frankfurt
betreiben. Auch eine Linie nach Berlin oder ins Rheinland könnte
in Betracht kommen. Aber das wird letzten Endes der Markt
bestimmen.“
Ein großes Plus sieht Junk darin, dass Fair Air auch
Kurierdienste zur Güterbeförderung anbietet – interessant vor
allem für die Firmen der Region. „Eilige Fracht von A nach B zu
bringen oder sie abzuholen, ist ja wesentlicher Teil unseres
Jobs. Anruf genügt.“
Christine Heidenreich (links) und Bettina Junk,
Fair-Air-Mitgesellschafterinnen, auf dem Hofer Flugplatz
Am kommenden Freitagvormittag um 11 Uhr findet am Flughafen
Hof-Plauen eine Pressekonferenz statt, an der auch Landrat Bernd
Hering, der zugleich Vorsitzender des Flughafenbeirats ist,
Oberbürgermeister Dr. Harald Fichtner und die beiden
Flughafen-Geschäftsführer Klaus-Jochen Weidner und Hermann
Seiferth teilnehmen. Die Fair-Air-Geschäftsführer Dr. Oliver
Junk und Berndt Heidenreich werden über ihre Firma informieren –
und auf dem Flughafen die drei Maschinen des Unternehmens
präsentieren.
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