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Nischensuche | Die ganz konkreten Ziele der
Flughafenchefs sollen Geschäftsfliegern und Urlaubern Lust auf
mehr machen. Bei Flügen nach Sardinien und Korsika etwa könnte
Hof sich gut von der Konkurren

Werben für
zusätzliche Starts und Landungen: Am Hofer Flughafen sollen
künftig neben
den Passagieren der Linienmaschine nach und von Frankfurt
(Bild) mehr
Geschäftsflieger und – so ein ehrgeiziges, aber konkretes
Fernziel
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auch wieder Urlauber in südliche Gefilde abheben.
Foto: Ernst Sammer
Von
Harald Jäckel
Hof – Rechtzeitig zum Beginn des
Winterflugplans mit den neuen Flugzeugen vom Typ „ATR 42-500“
(siehe großes Bild) des für Hof-Plauen ebenfalls neuen
Lufthansa-Partners „Contact Air“ wird für den Regionalflughafen
kräftig die Werbetrommel gerührt. Für die Verantwortlichen geht
es dabei nicht nur darum, die
„Contact-Air“-Linienflüge nach und von
Frankfurt besser auszulasten. Im Zug des Investitionsplans B –
der ja bekanntlich eine elf Millionen Euro teure Modernisierung
statt eines Neubaus mit verlängerter Landebahn beinhaltet –
gehen die Flughafengeschäftsführer mit regionalen Partnern vor
allem in zwei Bereichen in die Offensive: Zum einen soll die
Zahl privater Geschäfts- und Eiltransportflüge außerhalb der
Linienverbindung Hof-Frankfurt deutlich nach oben gehen. Partner
der Flughafengesellschaft ist dabei die Chartergesellschaft
„Fair Air“ mit Sitz in Hof und Bayreuth. Mit den „Fair
Air“-Maschinen, die zwischen acht und 19 Passagiere
transportieren können, sollen Zielverkehre vor allem nach
Osteuropa aufgebaut werden. Klaus-Jochen Weidner von der Stadt
Hof – mit Hermann Seiferth vom Hofer Landratsamt
geschäftsführend für den Flughafen verantwortlich – nennt ein
Beispiel: „Wenn zum Beispiel zehn Geschäftsleute aus der Region
einmal in der Woche nach Rumänien müssen, wäre Fair Air der
ideale Partner. Die Geschäftsreisenden tun sich zusammen und
kommen schnell und günstig ans Ziel und zurück.“
Um die Fluginteressen der hiesigen
Wirtschaft konkret auszuloten, wurde mit Hilfe der Industrie-
und Handelskammer (IHK) Oberfranken der europaweite Zielbedarf
der Unternehmen ermittelt. Diese Studie liegt bereits vor und
wird derzeit ausgewertet. Laut IHK ist das Interesse an
Flugmöglichkeiten vor allem in mittelosteuropäische Länder groß.
Der Rücklauf für die Studie sei überdurchschnittlich gut
gewesen. Auch die Nachbarn im sächsischen Vogtland – neben der
Stadt und dem Landkreis Hof Mitgesellschafter des Flughafens
Hof-Plauen – werden mit Hilfe der IHK Westsachsen die gleiche
Studie erarbeiten.
Apropos vogtländische Nachbarn: Die hatten
in Gestalt der Baufirmen Streicher und VSTR Rodewisch zusammen
mit den anderen Beteiligten bei der Modernisierung der Start-
und Landebahn mit Vorfeld in nur 14 Tagen – wir berichteten –
für eine logistische Meisterleistung gesorgt. Die wird auch vom
Hofer Oberbürgermeister Harald Fichtner gelobt. Fichtner erklärt
in einem Gespräch mit unserer Zeitung, dass diese Leistung und
die Modernisierung insgesamt „gut für das Image des Flughafens
sind“. Laut OB gilt es jetzt, alles für den Erhalt der Fluglinie
zu tun und den Geschäftsflugbetrieb auszubauen. Dessen gute
Entwicklung lässt in Fichtner eine Hoffnung keimen, die wohl
viele Sonnenhungrige in der Region teilen. „Vielleicht kann es
gelingen, in Zukunft wieder die eine oder andere
Charterverbindung für Urlaubsreisen anzubieten.“ Auch wenn das
noch Zukunftsmusik ist, wird daran schon ganz konkret
gearbeitet. Der Touristikexperte Martin Tröger erkundet zurzeit
bei allen Reisebüros im Umkreis von 80 Kilometern um den
Flughafen das Interesse an Urlauberflügen ab Hof. Dabei geht es
um die Suche nach der idealen Nische, die große Airports und
Reisekonzerne nicht bieten können. Hermann Seiferth nennt ein
Beispiel von vielen: „Auch auf Sardinien oder Korsika können
keine größeren Flieger landen als in Hof. So ein Angebot eben ab
Hof wäre eine touristische Nische. Allerdings müssen da die
heimischen Reisebüros mitmachen und für Interessenten
individuelle Pakete schnüren. Aus der Region für die Region.“
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Auslastungs-Appell an Unternehmen:
Mit modernsten Maschinen bedient
und mit neuer Landebahndecke, Parkplatz und Entwässerung
selbst ein ganzes Stück modernisiert: So präsentiert
sich der Flughafen Hof-Plauen. Doch für manche
Unternehmer in der Region scheinen die modernen Zeiten
in Sachen Geschäftsreisen noch nicht angebrochen zu
sein. Denn die Linie Hof-Frankfurt ist bei Weitem nicht
ausgelastet. Deshalb appellieren die
Flughafen-Geschäftsführer dringend an die Wirtschaft,
ihr immer wieder bekundetes unbedingtes Interesse an der
schnellen täglichen Dreimal-Verbindung nach Frankfurt
durch bessere Buchungszahlen unter Beweis zu stellen.
Denn nur die Verlängerung des vom
Freistaat Bayern kräftig subventionierten Linienvertrags
über den April 2010 hinaus würde der Region einen
Flugplatz auf Höhe der Zeit garantieren: Die drei
Millionen Euro für die dringend notwendige
Modernisierung von Abfertigungsgebäude und Tower gibt es
nur, wenn die Linie bleibt.
Wie günstig und vor allem
zeitsparend sie sein kann, rechnen die
Flughafenbetreiber in einer neuen Broschüre vor, die in
hoher Auflage von Stadt und Landratsamt unter anderem
allen Geschäftsbriefen beigelegt wird: Demnach kostet
die Fahrt Hof-Frankfurt und zurück mit der Bahn ab 68
Euro und dauert über neun Stunden. Mit dem Pkw kostet es
in sechseinhalb Stunden 265 Euro. Der Flieger braucht
nur zwei Stunden, das Ticket gibt es ab 134 Euro.
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