29.  Oktober 2008

 

Flughafen startet Werbe-Offensive

 

  Nischensuche | Die ganz konkreten Ziele der Flughafenchefs sollen Geschäftsfliegern und Urlaubern Lust auf mehr machen. Bei Flügen nach Sardinien und Korsika etwa könnte Hof sich gut von der Konkurren 

 

 

 

©2008 Frankenpost / Foto: Ernst Sammer

Werben für zusätzliche Starts und Landungen: Am Hofer Flughafen sollen

künftig neben den Passagieren der Linienmaschine nach und von Frankfurt

(Bild) mehr Geschäftsflieger und – so ein ehrgeiziges, aber konkretes

Fernziel - auch wieder Urlauber in südliche Gefilde abheben.

Foto: Ernst Sammer

 

 Von Harald Jäckel 

Hof – Rechtzeitig zum Beginn des Winterflugplans mit den neuen Flugzeugen vom Typ „ATR 42-500“ (siehe großes Bild) des für Hof-Plauen ebenfalls neuen Lufthansa-Partners „Contact Air“ wird für den Regionalflughafen kräftig die Werbetrommel gerührt. Für die Verantwortlichen geht es dabei nicht nur darum, die

„Contact-Air“-Linienflüge nach und von Frankfurt besser auszulasten. Im Zug des Investitionsplans B – der ja bekanntlich eine elf Millionen Euro teure Modernisierung statt eines Neubaus mit verlängerter Landebahn beinhaltet – gehen die Flughafengeschäftsführer mit regionalen Partnern vor allem in zwei Bereichen in die Offensive: Zum einen soll die Zahl privater Geschäfts- und Eiltransportflüge außerhalb der Linienverbindung Hof-Frankfurt deutlich nach oben gehen. Partner der Flughafengesellschaft ist dabei die Chartergesellschaft „Fair Air“ mit Sitz in Hof und Bayreuth. Mit den „Fair Air“-Maschinen, die zwischen acht und 19 Passagiere transportieren können, sollen Zielverkehre vor allem nach Osteuropa aufgebaut werden. Klaus-Jochen Weidner von der Stadt Hof – mit Hermann Seiferth vom Hofer Landratsamt geschäftsführend für den Flughafen verantwortlich – nennt ein Beispiel: „Wenn zum Beispiel zehn Geschäftsleute aus der Region einmal in der Woche nach Rumänien müssen, wäre Fair Air der ideale Partner. Die Geschäftsreisenden tun sich zusammen und kommen schnell und günstig ans Ziel und zurück.“

 

Um die Fluginteressen der hiesigen Wirtschaft konkret auszuloten, wurde mit Hilfe der Industrie- und Handelskammer (IHK) Oberfranken der europaweite Zielbedarf der Unternehmen ermittelt. Diese Studie liegt bereits vor und wird derzeit ausgewertet. Laut IHK ist das Interesse an Flugmöglichkeiten vor allem in mittelosteuropäische Länder groß. Der Rücklauf für die Studie sei überdurchschnittlich gut gewesen. Auch die Nachbarn im sächsischen Vogtland – neben der Stadt und dem Landkreis Hof Mitgesellschafter des Flughafens Hof-Plauen – werden mit Hilfe der IHK Westsachsen die gleiche Studie erarbeiten.

 

Apropos vogtländische Nachbarn: Die hatten in Gestalt der Baufirmen Streicher und VSTR Rodewisch zusammen mit den anderen Beteiligten bei der Modernisierung der Start- und Landebahn mit Vorfeld in nur 14 Tagen – wir berichteten – für eine logistische Meisterleistung gesorgt. Die wird auch vom Hofer Oberbürgermeister Harald Fichtner gelobt. Fichtner erklärt in einem Gespräch mit unserer Zeitung, dass diese Leistung und die Modernisierung insgesamt „gut für das Image des Flughafens sind“. Laut OB gilt es jetzt, alles für den Erhalt der Fluglinie zu tun und den Geschäftsflugbetrieb auszubauen. Dessen gute Entwicklung lässt in Fichtner eine Hoffnung keimen, die wohl viele Sonnenhungrige in der Region teilen. „Vielleicht kann es gelingen, in Zukunft wieder die eine oder andere Charterverbindung für Urlaubsreisen anzubieten.“ Auch wenn das noch Zukunftsmusik ist, wird daran schon ganz konkret gearbeitet. Der Touristikexperte Martin Tröger erkundet zurzeit bei allen Reisebüros im Umkreis von 80 Kilometern um den Flughafen das Interesse an Urlauberflügen ab Hof. Dabei geht es um die Suche nach der idealen Nische, die große Airports und Reisekonzerne nicht bieten können. Hermann Seiferth nennt ein Beispiel von vielen: „Auch auf Sardinien oder Korsika können keine größeren Flieger landen als in Hof. So ein Angebot eben ab Hof wäre eine touristische Nische. Allerdings müssen da die heimischen Reisebüros mitmachen und für Interessenten individuelle Pakete schnüren. Aus der Region für die Region.“

 

Auslastungs-Appell an Unternehmen:

 

Mit modernsten Maschinen bedient und mit neuer Landebahndecke, Parkplatz und Entwässerung selbst ein ganzes Stück modernisiert: So präsentiert sich der Flughafen Hof-Plauen. Doch für manche Unternehmer in der Region scheinen die modernen Zeiten in Sachen Geschäftsreisen noch nicht angebrochen zu sein. Denn die Linie Hof-Frankfurt ist bei Weitem nicht ausgelastet. Deshalb appellieren die Flughafen-Geschäftsführer dringend an die Wirtschaft, ihr immer wieder bekundetes unbedingtes Interesse an der schnellen täglichen Dreimal-Verbindung nach Frankfurt durch bessere Buchungszahlen unter Beweis zu stellen.

Denn nur die Verlängerung des vom Freistaat Bayern kräftig subventionierten Linienvertrags über den April 2010 hinaus würde der Region einen Flugplatz auf Höhe der Zeit garantieren: Die drei Millionen Euro für die dringend notwendige Modernisierung von Abfertigungsgebäude und Tower gibt es nur, wenn die Linie bleibt.

 

Wie günstig und vor allem zeitsparend sie sein kann, rechnen die Flughafenbetreiber in einer neuen Broschüre vor, die in hoher Auflage von Stadt und Landratsamt unter anderem allen Geschäftsbriefen beigelegt wird: Demnach kostet die Fahrt Hof-Frankfurt und zurück mit der Bahn ab 68 Euro und dauert über neun Stunden. Mit dem Pkw kostet es in sechseinhalb Stunden 265 Euro. Der Flieger braucht nur zwei Stunden, das Ticket gibt es ab 134 Euro.
 

 

 

Pressemitteilungen Quelle: Frankenpost Online (www.frankenpost.de)

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Flughafen Hof-Plauen